Prüfungsordnung für Strahlenschutz-Kurse

1 Zweck der Prüfung und Anforderung

Die Prüfung dient dem Nachweis des erfolgreichen Besuches einer Lehrveranstaltung im Rahmen eines anerkannten Kurses zum Erwerb oder zur Aktualisierung der Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz nach § 30 StrlSchV oder § 18a RöV.

Zur Prüfung werden nur Kursteilnehmer zugelassen, die regelmäßig an einem von der zuständigen Stelle anerkannten Kurs des Helmholtz Zentrums München (über Ausnahmen entscheidet der Prüfungsausschuss) teilgenommen haben und dies bei einer maximalen Fehlzeit von 10 % der gesamten Kursdauer durch entsprechende Unterschriften in den Teilnahmelisten nachgewiesen haben.

2 Inhalt

Die in den Kursen zu vermittelnden Lehrinhalte sind in den zugehörigen Fachkunderichtlinien aufgeführt. Die Prüfung enthält Fragen und Aufgaben zu den dort aufgeführten Sachgebieten. Die Fragenauswahl wird entsprechend der geforderten Wichtungen gestellt.

Der verwendete Prüfungsfragen-Katalog besteht aus einer Sammlung von Fragen mit zugehörigen Antworten, die vom Kursveranstalter erstellt oder dem vom Fachverband Strahlenschutz veröffentlichten Fragenkatalog entnommen und angepasst wurden.

3 Form

Die Prüfungen werden in dokumentierbarer Form durchgeführt.

Eine schriftliche Prüfung kann durch eine mündliche Nachprüfung ergänzt werden.

4 Durchführung

Prüfungen werden nach Abschluss des jeweiligen Strahlenschutzkurses durchgeführt.

Die zur Prüfung zugelassenen Kandidaten haben sich auf Verlangen der Aufsichtsführung über ihre Person auszuweisen. Sie sind vor Beginn der Prüfung über Zweck, Ablauf, die zur Verfügung stehende Zeit, zugelassene Hilfsmittel, die Folgen von Täuschungshandlungen und Ordnungsverstößen, Rücktritt und Nichtteilnahme und Bewertung der Prüfung gemäß Prüfungsordnung zu informieren.

Die Prüfungsordnung muss bei der Prüfung zur Einsicht zur Verfügung stehen.

Dauer und Umfang der Prüfung richten sich nach den jeweiligen Fachkunde-Richtlinien. Die für die Bearbeitung der Prüfung zur Verfügung gestellte Mindestdauer soll 30 Minuten nicht unterschreiten.

Über die Prüfungsaufgaben dürfen bis zum Zeitpunkt, in dem sie gestellt werden, keine Mitteilungen an Prüflinge und Außenstehende gemacht werden.

5 Bewertung

Die für jede Aufgabe bei richtiger Lösung zu erreichende Punktezahl ist nötigenfalls bei der jeweiligen Prüfungsfrage anzugeben.

Die Prüfung ist nur mit dem Ergebnis "bestanden" oder "nicht bestanden" zu bewerten.

Die Prüfung ist als "bestanden" zu bewerten, wenn mindestens 70 % der maximal möglichen Punktzahl erreicht werden.

Falls weniger als 70 %, jedoch mindestens 50 % dieser Punktzahl erreicht sind, ist mündlich oder schriftlich nachzuprüfen. Unter 50 % gilt die Prüfung als nicht bestanden.

6 Ergebnis

Jedem Prüfling, der regelmäßig an der Lehrveranstaltung teilgenommen und die Prüfung bestanden hat, wird eine entsprechende bundesweit gültige Bescheinigung ausgestellt.

Wünscht der Teilnehmer bei nicht bestandener Prüfung eine Teilnahmebescheinigung, so darf auf dieser die "erfolgreiche Teilnahme" nicht bescheinigt werden.

7 Wiederholung der Prüfung

Ein Prüfling, der die Prüfung nicht bestanden hat, darf die Prüfung innerhalb eines Jahres zu den Prüfungsterminen wiederholen. Der Prüfungsausschuss kann die Prüfungswiederholung an Auflagen knüpfen (z. B. erneuter Kursbesuch).

8 Täuschung und Täuschungsversuch

Die Prüflinge sind vor Beginn der Prüfung auf die nachfolgenden Bestimmungen eindringlich hinzuweisen.

a) Zusammenarbeit mit anderen Prüfungsteilnehmern, Mobiltelefone und programmierbare Rechner sind während der Prüfung nicht zugelassen.

b) Unternimmt es ein Prüfling, das Prüfungsergebnis durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen oder leistet er Beihilfe zu einer Täuschung oder einem Täuschungsversuch, liegt eine Täuschungshandlung vor.

c) Wird während der Prüfung festgestellt, dass ein Prüfling eine Täuschungshandlung begeht oder einen entsprechenden Verdacht hervorruft, ist der Sachverhalt von der Aufsichtsführung festzustellen und zu protokollieren. Der Prüfling setzt die Prüfung vorbehaltlich der Entscheidung des Prüfungsausschusses fort.

d) Liegt eine Täuschungshandlung vor, wird die von der Täuschungshandlung betroffene Prüfungsleistung mit "nicht bestanden" bewertet.

e) Ergibt sich bei der Korrektur der Prüfungsaufgaben ein Verdacht der Täuschung, können dem Prüfling neue Aufgaben gestellt werden.

9 Rücktritt von der Prüfung

Tritt ein Prüfling während der Prüfung zurück, gilt die Prüfung als "nicht bestanden".

Kann ein Prüfling infolge Erkrankung oder aus einem anderen nicht von ihm zu vertretenden Grund die Prüfung nicht beginnen oder nicht beenden, so gilt im Falle der Anerkennung durch den Prüfungsausschuss die Prüfung als nicht abgelegt. Die Prüfung kann dann nach den Vorgaben von Absatz 7 wiederholt werden.

Die Verhinderung ist unverzüglich dem Sekretariat der Kursorganisation mitzuteilen und der Verhinderungsgrund nachzuweisen.

10 Prüfungsdokumentation

Die Prüfung und ihre Ergebnisse sind zu dokumentieren und bei der Kursstätte aufzubewahren. Die Dokumentation umfasst Aufzeichnungen über den Ablauf der Prüfung und Bemerkungen, soweit sie für die Beurteilung der Prüflinge von Bedeutung sind.

Die von den Prüflingen angefertigten Prüfungsarbeiten sind für den Prüfungsausschuss zur Einsicht bereitzuhalten; sie werden nicht, weder im Original noch in Kopie, an den Prüfling oder Dritte weitergegeben und werden mindestens 5 Jahre bei den Akten des Kursveranstalters verwahrt.

11 Prüfungsausschuss

Der Prüfungsausschuss wird vom Kursveranstalter bestellt. Er besteht aus einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Beschlüsse des Prüfungsausschusses werden mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst und sind bindend.

Die Beratungen des Prüfungsausschusses sind geheim.

12 Beschwerdeverfahren

Legt ein Prüfling gegen eine Prüfung Beschwerde ein, so hat er sich innerhalb einer Woche an den Kursstättenleiter zu wenden. Dieser entscheidet zusammen mit dem Prüfungsausschuss.

13 Prüfungsgebühren

Die Kosten für die Prüfung und eine eventuelle Prüfungswiederholung incl. der Ausstellung der Bescheinigung sind - falls nicht anders ausgewiesen - in der jeweiligen Kursgebühr enthalten.

14 Geltungsbereich, Inkrafttreten

Diese Prüfungsordnung gilt für die am Helmholtz Zentrum München - Institut für Strahlenschutz, Arbeitsgruppe Fortbildung, Ingolstädter Landstr. 1, 85764 Neuherberg, durchgeführten Strahlenschutz-Kurse.

Sie tritt am 1. Februar 2008 in Kraft.

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